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Star Wreck - der neue Stern am Fanfilm-Himmel
Die Fan-FilmeSelten gibt es Fan-Film-Projekte, die erwähnenswert sind. In der Vergangenheit war es definitiv Robert Ampers U.S.S. Highlander, die über fünf Filme gerauscht ist. Captain Robert T. Norad, der Kommandant des Schiffes, der von seiner eigenen Crew mehr gefürchtet wurde, als vom Gegner, tappte in jedes noch so kleine Fettnäpfchen, und erlangte damit Kult-Status unter der Star Trek-Fangemeinschaft.Bis heute gibt es nur wenige, die sich einen ähnlichen Namen gemacht haben. Ein erwähnenswerter wäre noch die Truppe um „Borg War“, die mehrere zehntausend DM in ihre zwei Filme gesteckt haben.Dadurch, dass Paramount Pictures, Tribune Entertainment, MGM oder wie sie alle heißen, doch immer noch mit der Keule schwingen, und genaustens aufpassen, was von den Fans erscheint, entschließen sich die meisten Fans bei ihren Produktionen zu Parodien. Denn Parodien haben im wahrsten Sinne des Wortes Narrenfreiheit, und werden von den großen Film-Firmen geduldet.„Star Wreck – In the Pirkinning“ ist eine solcher Parodien, die von einer Gruppe von fünf Finnen im laufe der letzten sieben Jahre aufgezogen wurde.
Ich habe eigentlich nur durch Zufall die Gelegenheit gehabt „In the Pirkinning“ zu schauen, weil Tom auf einen Trailer von denen gestoßen ist, und danach entschied, dass der Film es wert sei, mal komplett herunterzuladen. Eine Weise Entscheidung. Nicht nur, dass ich deswegen hier darüber berichten kann, nein der Film war es einfach wert gesehen zu werden, denn ohne zu übertreiben kann man wohl sagen, dass dies die beste Fan-Produktion ist, die im Moment im Netz zu finden ist. Unnötig zu sagen, dass solch ein Werk nicht ganz einfach war. Es war zwar der Kern von fünf Leuten, die das ganze aufgezogen haben, doch innerhalb der sieben Jahre Produktions-Zeit haben mehr als 300 Statisten, Kameraleute, Webdesigner und was man noch alles für einen Film braucht an Star Wreck mitgearbeitet. „In the Pirkinning“ besitzt Special Effects, die es durchaus mit Babylon 5 oder Star Trek aufnehmen können. Euch haben die Schlachten in DS9 gefallen? Ihr wollt einen Krieg zwischen dem B5 und Trek-Universum? Den könnt ihr haben, im ersten finnischen Sci-Fi Fanfilm.
Worum geht es überhaupt?
Star Wreck – In the Pirkinning beginnt mit Captain James B. Pirk vom Raumschiff Kickstart, der in die Vergangenheit reist, um die Erde vor abtrünnige Aliens zu beschützen. Er schafft es zwar, strandet aber zusammen mit seiner Crew im 21 Jahrhundert. Um zu überleben nimmt Pirk einen Job im Fast Food Restaurant an, während er Pläne schmiedet, die Erde stärker als jemals zuvor zu machen. Der obersten Direktive zum Trotz nutzt er sein Wissen, und überlässt den Russen die Baupläne für ein Raumschiff der Sovereign Klasse. Nach Jahren des Baus übernimmt Pirk das Kommando und erobert im Namen von Russland den Rest der Welt, um so alle Ressourcen der Erde nutzen zu können, um eine Flotte von Starfleet-Schiffen zu bauen. Gesagt, getan. Pirk errichtet die Föderation. Alles scheint nach Plan zu verlaufen, die Erde ist stärker als je zuvor, bis irgendwann Captain Fukhov mit seinem Patrouillenkreuzer ein Wurmloch entdeckt, welches in ein Paralleluniversum führt. Das Erkundungsschiff von der anderen Seite (ein Star Flurry) wird kurzerhand mal zerstört. Pirk, mittlerweile Emperor, beschließt in dieses neue Universum einzufallen, und so macht sich eine Flotte der Starfleet auf durch das Wurmloch. Heraus kommt man bei der Raumstation Babel 13. Es kommt wie es kommen muss, ein Krieg zwischen den beiden Mächten. Das es dabei nicht ganz ernst zugeht darf wohl zu verraten sein.
Die CGI Effekte
Selten hat man in einer Fanproduktion solch gute Special Effekte zu sehen bekommen. Selbst der bisherige Spitzenreiten Tobias Richter mit seiner Firma „The Light Works“, die auch die Schiffsszenen zu Raumschiff Highlander oder die visuellen Begleit-Effekte zu dem Buch Hagar Qim geliefert haben, kann mit Star Wreck nicht mehr mithalten.
Doch womit wurden diese Szenen erreicht? Die Frage wurde dem Finnischen Team oft gestellt. Die Antwort ist leicht: Vier zu einer Renderfarm zusammengeschlossene Rechner. Man hatte bereits vor sechs Jahren angefangen die Brücke, oder das Raumschiff visuell darzustellen, doch in der Zeit änderte sich doch das Equipment der Fünf, so dass man mehrere Male alles neu machen musste, oder wollte. Die Brückenbilder waren das schwierigste daran, da ein einziges Videobild bis zu neun Stunden zum Rendern benötigte, und ja auch immer alles überwacht werden musste, damit die Charaktere an den richtigen Stellen saßen oder standen.
Die Frage nach der Legalität.
Wenn man sich den Film ansieht, wird man schnell jede Schiffsklasse aus Star Trek oder Babylon 5 wieder erkennen. Normalerweise ja ein Problem, da einen immer die Copyrights der abgekupferten Serien im Nacken sitzen. Doch zu dem Stab von Star Wreck gehörte auch eine Anwaltskanzlei, die das Projekt überwachte und mögliche Rechtsverletzungen schon im Vorfeld ausschlossen. So mussten die Kommunikatoren umgewandelt werden, ebenso sämtliche Logos und Namen. Aus diesem Grund wurde aus der Babylon 5 die Babel 13 Station, aus den Minbari wurden die Minibar und aus den Star Fury’s wurden Stur Flurry’s. Doch das Design der Schiffe wollte man nicht abändern, auch wenn dies eine Zeitlang im Gespräch war. Doch die US-Patentrechte gibt solchen Parodien wie Star Wreck einige Freiheiten, und solange kein Geld mit diesem Film eingenommen wird, und dieser weiterhin frei im Netz zum Download steht gibt es nichts zu befürchten.
Die Kostenfrage
Schaut man sich den Film an, denkt man, was für Unsummen er verschluckt haben musste. Doch weit davon entfernt. Zwar hat Star Wreck mit sieben Jahren eine doch recht lange Fertigungszeit durchgemacht, aber schließlich war dies nur eine Fanproduktion, die in der Freizeit der Leute gemacht wurde. Jeder von ihnen hatte noch ein Privatleben, so dass es nur stockend vorankam. Doch Geldprobleme hatte man nicht wirklich gehabt. Die Brücke, sowie die Special Effekts wurden am heimischen PC’s erstellt, und kosteten dementsprechend keinen Cent. Schauspieler waren auch nicht mit Gage zu belegen, da alle Freiwillig mitarbeiteten. Die Kameras befanden sich ebenfalls alle im Privatem Besitz, und der Schnitt erfolgte wieder in der Freizeit, selbstverständlich ebenfalls kostenlos. gedreht wurde dementsprechend oft vor dem Bluescreen, für den ein alter Linoleum-Teppich hergehalten hat. Nur wenige Szenen entstanden an wirklichen Sets, die aber meist Schulen, Uni’s oder Waldgebiete waren, also ebenfalls nichts kosteten. Von daher, kann man sagen, dass der Film quasi aus dem Nichts erbaut wurde. Er hatte halt nur eine lange Geburt.
Star Wreck – The Pirkinning ist frei auf der Homepage www.StarWreck.com erhältlich. Leider ist das Anschauen auf die Dauer (der Film ist gute eineinhalb Stunden lang) etwas anstrengend, da der Ton original finnisch ist, und nur mit englischen Untertiteln versehen wurde. Finnisch ist zwar eine unmögliche Sprache die verboten werden sollte, aber wenn man der englischen Sprache mächtig, genügen die Untertitel, auch wenn sich da so einige Schreibfehler eingeschlichen haben.
Schaut’s euch auf jeden Fall mal an.
Text by Thomas Raube Images by www.StarWreck.com |
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