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Endlich war
es so weit. Am 25.08. 07 erschien die neuste mit Spannung
erwartete Episode von Star Trek: New Voyages. World Enough
and Time. Als Gaststar konnten die Leute um James Cawley
niemand geringeres als George Takai alias Hikaru Sulu
verpflichten.
Wir erinnern
uns: Star Trek wurde 1969 nach drei Staffeln mangels
Einschaltquoten von NBC eingestellt. Die Fünf Jahres-Mission
dauerte also nur drei Jahre. James Cawley, ein Fan aus New
York, hatte also die Idee die fehlenden zwei Jahre
nachzuerzählen. Ok, bis hierhin ist das nicht weiter
spektakulär, denn welcher halbwegs interessierte Trekkie hatte
denn nicht einmal eine Idee für eine (neue) Serie? Doch dieser
Kerl hat es wirklich gemacht!! Er ist losgezogen, hat Leute
und Material zusammen getrommelt und es wirklich durchgezogen!
Mit viel Elan, Sinn fürs Detail, Unsummen an Geld und immer
dem Risiko im Nacken zu scheitern ist er kühn dorthin
vorgedrungen wo noch nie ein Trekkie zuvor gewesen ist.
4x03 –
World
Enough and Time
Auf die USS
Excelsior fliegt ein Shuttle zu, das um Langeerlaubnis bittet.
Nachdem das Shuttle gelandet ist, meint Commander Janice Rand
zu Captain Hikaru Sulu, sie hat seinen gesamten Terminplan für
den Tag freigemacht. Er hätte nun alle Zeit der Welt. Sulu
wird nachdenklich und erinnert sich vier Jahrzehnte zurück an
seine Zeit auf der Enterprise mit Captain Kirk.
Die Szene
erinnert an die Kommandosimulation aus Star Trek 2. Die
Enterprise empfängt einen Notruf von einem Frachter aus der
romulanischen Neutralen Zone. Er droht in romulansiches Gebiet
zu driften. Kirk lässt einen Abfangkurs setzen und will die
Frachtercrew retten. Doch es kommt, wie es kommen musste. Die
Romulaner tauchen mit drei Birds of Prey auf und zerstören den
Frachter mit einer neuartigen Waffe. Anschließend machen sie
sich über die Enterprise her. Spock stellt fest, dass es sich
bei der Waffe um eine hyperphasische Energie handelt. Es
gelingt, die drei romulanischen Schiffe zu zerstören oder
zumindest unschädlich zu machen. Doch kurz bevor sie
explodieren sendet eines einen Impuls aus seiner Waffe aus,
der die Enterprise umschließt. Sie ist im Raum gefangen und
wird regelmäßig von Gravitationswellen erschüttert. Kirk,
Spock und Co. müssen schnellstmöglich versuchen einen Ausweg
aus dem mehrdimensionalen Feld zu finden.
Sie vermuten
einen Ausweg in dem Computersystemen der romulanischen Schiffe
zu finden doch den Transporter zu benutzen wäre viel zu
gefährlich. Also werden Sulu und eine Expertin für
romulanische Computersysteme, Dr. Lisa Chanders, mit einem
Shuttle losgeschickt um einen intellektuellen Anstoß für die
Befreiung der Enterprise zu erhalten.
Die beiden
machen sich nun auf den Weg und untersuchen den Computer eines
der Schiffe.
Der Weltraum
wird wieder von heftigen Gravitationswellen erschüttert
wodurch der Reaktor kurz vor dem Zusammenbruch steht und Sulu
und Chanders sind gezwungen das Schiff zu verlassen.
Fatalerweise ist die Sektion, wo sie mit dem Shuttle gelandet
zuvor waren, von der Welle abgerissen worden. Scotty versucht
nun die beiden zurück zu beamen. Es gelingt ihm auch zwei
Muster zu erfassen, und er materialisiert zuerst Sulu. Doch es
ist nicht der Sulu, den Kirk und seine Mannen kennen. Er ist
um mindestens dreißig Jahre gealtert und in eine Art
Tarzankostüm gekleidet. Er scheint auch die Enterprise nicht
zu erkennen und reagiert äußerst aggressiv. Es gelingt Spock
schließlich den wütenden Sulu zu überwältigen. Nun erkennt er
dass er sich auf seinem Schiff befindet. Scotty versucht das
zweite Muster zu materialisieren und auf der
Transporterplattform zeichnet sich schemenhaft eine Frau ab.
Sulu starrt wie gebannt und in Sorge auf sie und ruft ihr zu:
“Elana, hab keine Angst!“. Dann verschwindet sie wieder. Doch
Scotty hat sie im Musterspeicher gesichert und meint, er könne
sie in Kürze in der Stasiskammer rematerialisieren. Es stellt
sich heraus, dass Elana seine Tochter ist.
Bei der
anschließenden Besprechung erzählt Sulu, dass er und Chanders
nachdem sie von Bord des romulanischen Schiffes gebeamt
werden sollten sich auf einem einsamen, menschenleeren
Planeten wiederfanden. Nach einigen Jahren gaben sie die
Hoffnung auf, jemals wieder gefunden zu werden und fingen an,
eine Familie zu gründen. Elana wird geboren. Kirk drängt Sulu,
zu versuchen, sich an alles zu erinnern, was er noch von dem
romulansichen Computer weiß. Jede noch so kleine Information
könnte die Enterprise retten. Doch er kann sich beim besten
Willen nach all den Jahren an nichts mehr erinnern.
In der
Zwischenzeit ist es Scotty gelungen, Elana in einem begrenzten
Raum zu rematerialisieren, allerdings bleibt ein Teil von ihr
immer noch in der mehrdimenionalen Raum-Zeit-Blase gefangen.
Dabei lernt sie Pille, Scotty Spock und Kirk kennen. Captain
Kirk wäre nicht Captain Kirk, wenn er sie nicht attraktiv
finden und später eine Möglichkeit ersinnen würde sie aus
ihrem Kraftfeld-Laufstall zu befreien um ihr das Schiff zu
zeigen.
Doch auch
wenn Sulu sehr erfreut darüber ist, seine Tochter wieder zu
sehen, ist er nicht in der Lage, sich an die nötigen Daten aus
dem romulanischen Schiff zu erinnern, die der Enterprise
helfen würde, sich aus dieser Blase zu befreien. Auch eine
Gedankenverschmelzung mit Spock bringt unsere Recken kein
Stück weiter. Zu guter Letzt bleibt der Enterprise nur noch
etwa eine Stunde bis sie endgültig in den unendlichen Weiten
des mehrdimensionalen Raumes verschwindet.
Nach einiger
Zeit hat Scotty eine Idee. Doch sie gefällt keinem der
Anwesenden: Im Musterspeicher des Transporters ist noch immer
Sulus Transportmuster von vor dem Zurückbeamen auf die
Enterprise vorhanden. Wenn man den Transporter entsprechend
modifiziert, so könnte man Sulu wieder so herstellen, wie er
unmittelbar vor dem Verlassen des romulanischen Schiffes war.
Er würde die Erinnerung an die Daten der furchtbaren Waffe
wiedererlangen und damit die Enterprise möglicherweise retten.
Doch er würde die Erinnerung an seine letzten dreißig Jahre
und an Elana verlieren. Zu allem Überfluss findet Spock
heraus, dass sobald die Enterprise befreit wäre, Elana für
immer verschwinden würde. Sulu ist dazu allerdings nicht
bereit…
Fazit
World
Enough and Time
stellt den Höhepunkt in Star Trek: New Voyages dar. Nachdem in
To Serve All my Days bereits Walter Koenig alias Pavel
Chekov als erster Hauptdarsteller aus der Classic-Serie ein
Stell-dich-ein hatte, übertraf diese Sulu-Folge seine
Vorgängerin um einiges. To Serve… hatte schwere Dialoge
und keine wirklich mitreißende Handlung. Aber World Enough…
besticht durch verzwickte Handlung, tolle Action, geniale
Spezial-Effekte und tiefgehende Dialoge. Wir bekommen hier 65
Minuten tolle Unterhaltung geliefert, die sich nicht nur auf
den Auftritt des Gaststars stützt. Mit World Enough…
ist ST:NV endgültig der Sprung in die Profiliga gelungen und
die Serie kann nun sogar mit den fünf „Original“-Serien
mithalten
Bemerkung
Leider wird
es von der Chekov-Folge To Serve All my Days und der
Sulu-Folge World Enough… und allen kommenden Episoden
keine DVD-Images mit Cover und Label mehr geben. Auf
US-amerikanischen Conventions sind in den Händlerräumen
verstärkt diese DVDs illegal zum Verkauf angeboten worden.
Wenn die Produzenten von NV um James Cawley (Kirk) kein Geld
mit ihren Folgen machen dürfen, so soll es auch niemand
anderes machen dürfen.
Text by Tom Erdmann |