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Kinokritik George A. Romeros - "Survival of the Dead“
Der inzwischen 70 jährige „Godfather of Zombies“ George A. Romero ist zurück und präsentiert seinen neusten Film: Survival of the Dead. Einige Jahre war es still um den Regisseur, Drehbuchautor, Produzenten und Schauspieler gewesen, bevor er im Jahr 2005 seiner eigenen Zombie-Saga mit Land of the Dead eine Art Reboot spendierte. 2007 folgte dann Diary of the Dead und nun gelangt, von den Fans bereits heiß ersehnt, Survival of the Dead in die Kinos.
Plot: In dieser entsolidarisierten Restwelt schlägt sich der lakonische Sergeant Crocket mit einer Handvoll desertierter Soldaten der US-Nationalgarde durch. Bei einem Scharmützel mit marodierenden Hinterwäldlern befreit der Trupp eher unfreiwillig einen jungen Mann - in einer auch an Umgangsformen armen Notgemeinschaft schlicht "Boy" genannt - und gelangt so an einen Geldtransporter mit gefülltem Tresor. Auf der Suche nach einem Zufluchtsort stoßen sie auf die bizarre Internet-Videobotschaft von Patrick O'Flynn, der seine vor der Küste Delawares gelegene Heimatinsel Plum Island als Refugium anpreist. Die schwerbewaffnete Reisegruppe fährt gen Hafen und trifft dort auch tatsächlich auf den gar nicht so wohlmeinenden O'Flynn. Erst nach einer fast fatalen Auseinandersetzung zeigt sich der irisch-amerikanische Patriarch zur Kooperation bereit und setzt mit ihnen über. Wie die Neuankömmlinge erfahren müssen, ist das vermeintliche Paradies Schauplatz einer alten Fehde zwischen O'Flynns Familie und dem Clan von Seamus Muldoon. Mit der Auferstehung der toten Angehörigen eskalierte der Konflikt, denn während sich O'Flynn der Zombie-Verwandtschaft mit Kopfschüssen entledigen wollte, plädierte Muldoon für Domestizierung und fragwürdige Versuche zur Nahrungsumstellung bei den unglücklichen Menschenfressern. Schließlich wurde O'Flynn von Muldoon verbannt, weshalb seine jetzige Rückkehr mit den Soldaten im Schlepptau einen Showdown unvermeidlich macht. Die Frage ist nur, wer am Ende angesichts der diversen Fronten zwischen Menschen und Zombies stehen bleiben wird, ob nun untot oder lebendig.
Kritik: Man kann von Zombiefilmen halten was man will, aber bei Romeros überdrehten, makabren Humor und Ironie setzt man meist auf die richtige Karte. Leider gelingt es ihm bei diesem Film nur dezent. Der Film erweist sich als zäh und langatmig. So etwas wie Spannung such man vergebens.
Bei Romeros Filmen ging es nicht mehr plump darum, sich vordergründig zu gruseln. Dazu sind sie in sich schon derart überzeichnet - wirken oft regelrecht wie ein Comic - dass bestenfalls noch etwas Ekel aufkommen mag. Für eine schlafarme Albtraumnacht sind manche alten, atmosphärisch dichten Gruselklassiker höchstwahrscheinlich besser geeignet. Romero versteckt aber eine Botschaft in seinen Filmen: Es ist ätzend scharfe Zeitgeist- und Sozialkritik, die sich in seinen Werken wiederfindet und welche mit satirischen Scharfsinn unsere Gesellschaft aufs Korn nimmt.
Sein bekanntester Film ist vermutlich Dawn of the Dead, der die Geschichte einer Gruppe Überlebender erzählt, die sich auf der Flucht vor einer Zombiearme in einem Kaufhaus verbarrikadiert hat und sich dort nicht nur der Belagerung erwehren müssen, sondern auch untereinander beginnen, sich zu bekriegen. Ein Motiv, das Romero gerne einsetzt. Entgegen der These vieler Filmemacher, die in ihren Filmen oft Geschichten von völlig unterschiedlichen Menschen erzählen, die angesichts einer gemeinsamen tödlichen Bedrohung ihre Streitigkeiten begraben und sich bedingungslos beistehen, hält Romero am Schlechten im Menschen fest. Seine Figuren solidarisieren sich nur soweit, wie das ihr Maß an persönlichem Egoismus zulässt. Stets bleibt der Mensch in seinen Augen ein Raubtier, das sich sogar angesichts einer allgegenwärtigen tödlichen Bedrohung aus ureigensten niederen Motiven weiterhin gegenseitig zu zerfleischen bereit ist. Die Zombies hingegen töten nur, da sie ein unstillbarer Hunger nach Nahrung antreibt. Stellt sich die Frage, welche Spezies wohl die schlimmere ist?
Fazit: Auch wenn man in „Survival of the Dead“ immer noch Romeros Handschrift erkennt, so ist dieser Teil seiner Zombietrilogie kaum zu genießen. Die Handlung ist dermaßen schlecht ausgearbeitet das man sich oft fragt, was die Protagonisten dort eigentlich gerade anstellen. Das, vermischt mit unterirdisch schlechten Dialogen, lässt einen die Kinokarte spätestens nach den ersten zwanzig Minuten bereuen. Einer der schlechtesten Romero-Filme überhaupt, so dass ich lediglich 1 von 5 Punkten geben kann.
Titel: Survival of the Dead
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