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Kinokritik

„Snakes on a Plane“

 

Heißt der Film echt so? Ja heißt er, und Samuel L. Jackson hat darin die Hauptrolle. In der Vergangenheit hieße das, das man die personifizierte Coolness in einem Charakter gepackt hatte. Hier... na ja, kommen wir erst einmal zum Plot:

 

Schlangen im Flugzeug. Das ist der Plot.

Na gut, ein wenig mehr Mühe haben sich die Produzenten schon gegeben.

 

Weil Sean Jones (Nathan Phillips) der einzige Augenzeuge des Mordes an einem prominenten Staatsanwalt ist, setzt der eiskalte Superverbrecher Eddie Kim alles daran, ihn möglichst schnell aus dem Weg zu räumen. Den ersten Anschlag seiner Schergen kann FBI-Agent Neville Flynn (Samuel L. Jackson) aber gerade noch verhindern. Um Jones die Aussage vor einem Schwurgericht zu ermöglichen, muss Flynn ihn auf einem Linienflug sicher von Hawaii nach Los Angeles geleiten. Doch keiner hat mit Kims überbordender Phantasie in Bezug auf mögliche Tötungsarten gerechnet: Mit Hilfe seiner Leute schmuggelt er hunderte Gift- und Würgeschlangen an Bord der fraglichen Maschine. Dazu wird jedem Passagier noch eine zuvor mit Pheromonen eingesprühte Blütenkette um den Hals gelegt, die die eigentlich wenig aggressiven Reptilien zu wahnsinnigen Killern mutieren lassen, die auf wirklich alles und jeden losgehen – inklusive der Piloten und jeder Menge bunter Kabel…

 

Kritik:

„Genug ist Genug. Ich hab genug von diesen verfickten Schlangen auf diesem verfickten Flugzeug!“ um es mit den Worten von Samuel L. Jackson zu sagen. Und da schließt sich der Rest der Zuschauer gleich mit an. 105 Minuten pure Dummheit der schon alleine beim Filmtitel beginnt. Der ganze Film wirkt irgendwie aus den Achtzigern geholt, ein typischer B(illig)-Movie, den man selbst mit ein paar Bier kaum genießen kann. Dabei ist „SoaP“  eines der ersten interaktiven Filmprojekte überhaupt: Nachdem in Foren die wildesten Erwartungen an Schlangenattacken und Oneliner geäußert wurden, entschied sich Warner, die angestrebte PG-13-Freigabe zugunsten einiger anzüglich-frivoler Szenen aufzugeben. Hierfür wurde extra ein Nachdreh anberaumt, bei dem der Produzent einige der absurden Internetideen aufgriff und nachträglich in seinen Film integrierte. Diese Sequenzen finden sich nun größtenteils im Slasher-Part des Films wieder, indem sich die Schlangen wie ihre Vorbilder in Scream und Konsorten unbemerkt an ihre Opfer heranpirschen und ohne großes Aufsehen bei den übrigen Passagieren um die Ecke bringen. Dabei werden auch noch andere Regeln des Slasher-Genres bedient – zum Beispiel: Sex = Tod. So bekommt das Liebesspiel eines halbnackten Pärchens in über 10.000 Meter Höhe auf der Flugzeugtoilette noch einen ganz besonderen Kick, als sich süße Giftschlangen zur großen Freude der Zuschauer in ihren primären und sekundären Geschlechtsmerkmalen festbeißen: „Verdammte Schlange, lass meinen Schwanz los!“

 

Die einzige Aufgabe von Samuel L Jackson (Pulp Fiction, Star Wars) in „SoaP” scheint das Schmettern von geschliffenen Onelinern zu sein – und diese erledigt er wie gewohnt mit Bravour: „Schlangen auf Crack. Das sind gute Nachrichten!“ Was den Rest der Figuren angeht, macht das Drehbuch aber einfach zu wenig aus ihren speziellen Eigenschaften. So darf Rachel Blanchard (Wahre Lügen, Trouble ohne Paddel) als Society-Girl zwar um ihren gefressenen Zwerghund weinen, schlägt aus ihrer Paris-Hilton-Parodie insgesamt aber kaum Kapital. Ähnlich ergeht es auch dem Rapper, dem Kickboxer oder dem nervigen Typen mit Flugangst – nur der Computerspiel-Freak erhält seinen eigenen großen Auftritt. „Geheiligt sei die Playstation!“

 

Fazit:

Was für nen Film, was für’n Schrott.

By Thomas Raube

 

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