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Kinokritik - Mr & Mrs Smith
John und Jane Smith (Brad Pitt und Angelina Jolie) sind offenbar ein ziemlich spießiges, kinderloses und wahrscheinlich Republikaner wählendes Ehepaar. Jeder glaubt vom anderen, dass dieser einen langweiligen Bürojob hat, doch in Wirklichkeit sind beide super geheime Auftragskiller. So entstehen lustige Momente, wie, dass sie nur mal schnell noch ins Büro muss, dabei aber einen „Auftrag“ erledigen muss, indem sie ihr Opfer verführt und entsprechende Kleidung unter ihrem Businessmantel trägt. Darauf, dass sie das Haus verlässt, hat John nur gewartet und erledigt seinerseits einen Job. Auch haben beide geheime Waffenlager im Haus. Sie hat ihres in der Küche, unter dem Ofen, voll automatisiert und Hightech vom Feinsten und er muss sein Arsenal im Schuppen aufbewahren. Ohne von den Machenschaften des jeweils anderen zu wissen, führen sie also ihr langweiliges Eheleben. Offenbar durch Zufall bekommen beide von ihren Agenturen den Auftrag den gleichen Mann zu töten. Dabei kommen sich beide ins Gehege und bald auch auf die Schliche.
Für diesen Fall haben sie klare Anweisungen: Sollte jemand ihre wahre Identität erfahren, müssen sie diesen innerhalb von 24 Stunden umbringen, um so den Schein zu wahren. Danach tritt die jeweilige Agentur auf den Plan und versucht ihrerseits mir brachialen Mitteln den Mitwisser zu beseitigen. Die Gedankenmaschinerie läuft also an und reflexartig schmieden beide Pläne, wie sie sich denn am besten in die ewigen Jagdgründe befördern. John heult sich bei einem Kollegen und Freund aus, wie ihn seine Frau nur so betrügen konnte. Beide sind natürlich immer noch bestrebt außen stehende (bzw. Leute außerhalb der Agenturen) aus der Sache heraus zu halten, wobei sich allerdings die Frage stellt, wie man diverse Sprengungen und Einschüsse in öffentlichen Gebäuden erklärt. Doch nach einer Vielzahl missglückter Attentate bekommt John Skrupel und auch Jane kommen Zweifel. Beim Showdown in ihrem Haus, das sie kurz und klein schießen (das war ne zu lange Actionszene), stehen sie sich nun mit geladenen Waffen gegenüber. Doch keiner kann den anderen erschießen. Da wird ihnen klar, dass sie die vergangenen Ehejahre nicht einfach vergessen können und lassen die Waffen fallen. Beide fallen liebestrunken übereinander her und frühstücken am nächsten Morgen.
Der Freund, bei dem sich John ausgeheult hatte, bekommt einen neuen Auftrag auf seinen Pager geschickt: Für 400 000 Dollar soll er John Smith töten. Doch er winkt ab und meint unter ner halben Million steht er nicht so früh auf. Ein paar Sekunden später kommt der nächste Auftrag: Jane Smith, 400 000 Dollar. Er steht auf und macht sich an die Arbeit. Die Smiths werden beim Frühstück überfallen und nachdem ihr Haus gesprengt und sie gerade noch mit dem Leben davon gekommen sind, stellen sie fest, dass sie Opfer eines miesen Komplotts sind.
Kritik: Mr. und Mrs. Smith ist eine nette Actionkomödie ohne großen Anspruch. Dies ist einer der wenigen Filme der letzten Jahre, dessen Idee mir neu erschien, obwohl man bei manchen Szenen durchaus Dejà vu-Erlebnisse hat. Doch bei platter Action ist das sicherlich nicht verwunderlich. Dem Zuschauer wird eine nette, kurzweilige Abendunterhaltung geboten. Interessant finde ich, dass John und Jane, als sie vom jeweils anderen entdeckt werden sofort alles versuchen, den anderen aus dem Weg zu räumen. Ohne Skrupel zünden sie kiloweise Bomben, verfeuern Duzende Kugeln fahren sich mit ihren Autos beinahe über den Haufen und lassen Fahrstühle abstürzen. Erst nach einer Weile bekommen beide Hemmungen und stellen doch fest, dass sie die letzten Ehejahre nicht so einfach wegbomben können. Der zweite Teil des Filmes ist eigentlich der lustigere, denn hier erzählen sich die beiden auf der Flucht vor ihren „neuen“ Feinden, was sie dem anderen in den letzten Jahren immer vorgegaukelt hatten; von der Hochzeit, zu der beide zu spät kamen bis zur Liebesnacht über die wahre Identität ihrer Eltern (Jane ist keine Jüdin) bis zur Liebesnacht bei der sie kurz einmal verschwunden war. Der Film lebt von der Action, würde in umgeschriebener Form aber auch ohne diese funktionieren.
Fazit: Kann man sich ansehen, muss man aber nicht. Es ist kein Pflichtfilm, wie Sin City, oder der Geheimtipp Equilibrium.
Text by Tom Erdmann |
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