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Da gab es mal
einen Typen, nennen wir ihn mal Joss, der nahm sich einem
ziemlich gescheiterten Kinofilm an und machte daraus eine Serie.
Die Serie wurde ein Genrehit vom Feinsten, so dass der liebe
Joss in Zukunft freie Wahl hatte, was er als nächstes machen
wollte. Er entwickelte die Idee für eine weitere Fernsehserie (Firefly),
schuf dazu einen abschließenden Kinofilm (Serenity)
und am Ende wandte er sich wieder seinem eigentlichen Baby zu,
mit dem seine Karriere begann: Buffy - The Vampire Slayer.
Das
Serien abgesetzt werden hat nicht immer den Grund, dass die
Quoten nicht stimmen. Bestes Beispiel dafür ist die Serie
Stargate SG-1. 10 Staffeln gelaufen, und ginge es nach den Fans,
den Produzenten und den Darstellern, wäre es noch
weitergegangen. Warum man die Geldmaschine dennoch einstellte?
Um Platz für neue Serien zu schaffen.
Bei Buffy – Im
Bann der Dämonen, wie sie bei uns genannt wird, war ein anderer
Grund verantwortlich für das Ende nach der siebten Season: Sarah
Michelle Gellar.
Die junge
Frau, die sieben Jahre die Buffy Summers darstellte bekam
inzwischen ein Gehalt, das das der anderen Akteure bei weitem
übertraf. Und diese Summe wollte Joss Whedon nicht länger
zahlen, weswegen er anfangs auch überlegte, Sarah Michelle
Gellar aus der Serie zu schreiben. Aber, erkennt ihr das
Paradoxon, eine Serie namens Buffy ohne die Figur Buffy?
Joss verwarf
die Idee und beendete die letzte Folge der siebten Season
relativ stimmig und setzte einen würdigen Abschluss. Am Ende
sehen wir gemeinsam mit Buffy und der Scooby-Gang auf einen
riesigen Krater, der einmal ihre Heimat Sunnydale darstellte.
Mithilfe von Superhexe Willow erwachten überall auf der Erde
potentielle Jägerinnen, die den Kampf gegen das Böse aufnehmen
können.
Das Joss
Whedon, der in Genrekreisen mit Gene Roddenberry oder George
Lucas gleichzusetzen ist, an seinem Werk Buffy hängt kann man
daran sehen, dass er, auch ohne Miss Gellar, eine achte Staffel
produziert; und zwar als Graphic Novel, oder simpel ausgedrückt,
als Comic.
Was ist das
besondere daran fragt ihr euch nun? Begleitende Comics findet
man doch zu fast allen Serien.
Ja, das mag
gut sein, aber hier hat der Meister selbst Hand angelegt. Joss
Whedon schrieb Skript und Text der achten Season, was sich
deutlich in der Qualität widerspiegelt.
Üblicherweise
ist es nur irgend so ein Lizenzheini, der sich denkt, ich hole
mir die Lizenz, und versuche einen Teil des Kuchens zu bekommen.
Etwas, was selten der Qualität dient, und oft die Fans
kopfschüttelnd wegrennen lässt. Denn, diese Lizenzheinis wissen
nicht, was sich der Autor oder der Produzent beim drehen seiner
Serie gedacht hat. Er kennt die Figuren nur umrissmäßig,
weswegen diese Art von Comics kommen und gehen.
Wenn jedoch
der Meister selbst Hand anlegt, kann er die Gedankengänge
fortführen, die er beim Dreh bereits hatte, und vielleicht aus
Zeit oder Geldgründen nicht einbringen konnte.
Im
amerikanischen Original sollen 15 monatliche Bände erscheinen,
die die achte Season darstellen, hier bei uns in Deutschland
werden jeweils fünf Ausgaben zu einer zusammengezogen.
Die edle erste
Ausgabe „Die Rückkehr der Jägerin“ hab ich mir gleich zusammen
mit dem
ersten Teil
von
Star Trek Vanguard bestellt und
für euch näher unter die Lupe genommen.
Worum
geht’s eigentlich?
Den
Grundbaustein von Buffy, brauche ich wohl nicht weiter zu
erklären, oder? Falls doch, so verweise ich einfach mal auf die
Lost Series dieser Homepage...
LINK
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Was
in der siebten Season geschah:
Das Urböse,
von dem alles böse auf der Welt abstammt plant die Apokalypse
und stellt im Höllenschlund (auf der die Stadt Sunnydale gebaut
ist) eine gewaltige Armee von Ur-Vampiren zusammen. Buffy
rekrutiert alle potentiellen Jägerinnen die sie finden kann, um
der Armee des Bösen etwas in den Weg zu stellen und der eine
oder andere Charakter kommt in der Endschlacht ums Leben.
Mithilfe von Willow’s magischen Kräften kann man die Kräfte der
Jägerinnen-Anwärter aktivieren, so dass überall auf der Welt
Mädchen mit Superkräften ausgestattet werden, um gegen das Böse
vorzugehen. Von Angel, jenen beseelten Vampir mit dem Buffy
einst liiert war bekommt das Scobby Team ein magisches Amulett
mit deren Hilfe Spike es gelingt den Höllenschlund in Sunnydale
auf kosten seines Lebens zu vernichten. Von Sunnydale bleibt
nicht mehr als ein Krater übrig, und Buffy muss als Auserwählte
nicht mehr die Last der Welt alleine tragen.
Hier setzt die
achte Season an.
Es sind einige
Monate vergangen. Buffy wohnt jetzt in Schottland, wo man eine
Kommandozentrale für eine organisierte Jagd auf Vampire und
Dämonen aufgebaut hat. Etwa fünfhundert der 1500 Jägerinnen
arbeiten in dieser Organisation, die nicht nur im Auge der
dämonischen Unterwelt ein Dorn sind, sondern auch der
Geheimdienste, die ihre ganz irdische Machtposition gefährdet
sieht.
Das Militär,
das die Vernichtung von Sunnydale untersucht stößt auf ein
Überbleibsel: Amy, jene Hexe, die ganz ungeniert ihre Kräfte
benutzt und in der Vergangenheit Willow beinahe in die
Abhängigkeit der Magie gezogen hat. Und sie hat noch jemanden an
ihrer Seite, der für die Scooby Gang kein Unbekannter ist. Und
der sinnt auf Rache...
Kritik:
Ich kann nicht
behaupten, dass ich ein eingefleischter Buffy Fan bin, aber ich
gebe zu, dass ich gefallen an dem von Joss Whedon erschaffenen
Universum empfinde, sowohl was Buffy, als auch Angel betrifft.
Ich fand es schon schade, das Buffy nach der siebten Season
eingestellt wurde, obgleich die Ideen für eine weitere Staffel
auf dem Tisch lagen. Und als dann auch Angel – Jäger der
Finsternis auslief, wurde es ruhig um das Buffyversum.
Umso netter
war der Effekt, als ich mir das neue Comic geholt habe, denn -
was soll ich sagen - nach drei, vier Seiten fühlte ich mich
sofort wieder heimisch. Klar, es ist ein bisschen ungewohnt,
denn der Zeichenstil gibt die Schauspieler aus der Serie
natürlich nicht 1:1 wieder, aber ich finde, sie haben es ganz
gut hingekriegt. Was aber den wirklichen Reiz ausmacht, ist,
dass man echt das Gefühl hat, dass die Story von den
Serienautoren stammt. Die Buffy-Sprüche, Willows unfreiwilliger
Humor, Xanders Bumerang-Rhetorik... passt alles und funktioniert
wie in der TV-Serie. Das ist sicher auch dem Umstand zu
verdanken, dass man quasi wirklich nahtlos ans Ende der
TV-Serienhandlung geführt wird und man merkt auch irgendwie Joss
Whedons Handschrift. Keine fremdkörperartigen, abgeschlossenen
Episoden ohne roten Faden, sondern im wahrsten Sinne des Wortes
Fortsetzung.
Erfreulich ist
in der deutschen Ausgabe, dass man fünf originale Comics zu
einem zusammengepackt hat, das macht den gesamten ersten Teil zu
einem ansehnlichen Buch.
Fazit:
Buffy als
Graphic Novel ist einfach nur genial. Anderes Medium als TV,
aber die Geschichten gehen auf gleichem Niveau weiter. Definitiv
zu empfehlen.
5 von 5 Punkte

Buffy – The Vampire Slayer - Season 8
Teil 1 “Die
Rückkehr der Jägerin”
128 Seiten,
14,95€
Teil 2 „Wie
tötet man eine Jägerin“ kommt im Juli 2008
Text by Thomas Raube |